was bisher passiert ist

Am Freitag, den 11.01.2002 verkündete die Ministerpräsidentin in ihrer Pressekonferenz, die Landesregierung wolle ein "Studienkontenmodell" 1 einführen. Ein Bericht über die Dinge, die seit dem im AStA geschehen sind.

Der AStA-Vorstand hatte am Freitagmorgen ein reguläres Gespräch mit dem Rektor, um einige Dinge zu klären. Zu Beginn der Sitzung zog jener ein Papier auf der Tasche, dass uns, so meinte er, doch sicher interessieren würde. Wir fielen aus allen Wolken, als wir lasen, dass die Ministerpräsidentin vorhätte heute zu verkünden, ein Studienkontenmodell einzuführen und die Bildungsministerin deshalb ein Gespräch mit den Rektoren führen wolle. Wir hatten zwar damit gerechnet, dass ähnliches in Planung war, aber aufgrund von vorangegangenen Aussagen aus dem Ministerium waren wir nicht davon ausgegangen, das es so bald auf der Tagesordnung stehen würde. Da es in Hamburg in naher Zukunft in Angriff genommen werden wird, wäre zu vermuten gewesen, die Landesregierung in Schleswig-Holstein würde erst unter dem Zugzwang –Einführung von Langzeitstudiengebühren in Niedersachsen UND Hamburg- mit einem solchen Modell an die Front gehen.

Nun war es soweit und wir waren natürlich nicht zu bremsen, darauf zu reagieren. Kurze Zeit später meldete sich auch schon die Presse, die ein Statement von uns haben wollte, daher trafen wir uns noch an diesem Abend zu einem Gespräch mit den Kieler Nachrichten. Bereits am Samstag war auf der Titelseite und Seite 3 zu lesen, dass der AStA klar für ein gebührenfreies Studium plädiert und die Landesregierung dazu auffordert, ihr Vorhaben noch einmal zu überdenken.

Allgemein kann man sagen, dass die Nachricht über den Entschluss im AStA selbst einen Dominoeffekt auslöste: Alle Referate führen rege Diskussion über das Thema und über Partei- und Gruppengrenzen hinaus wuchs der Zusammenhalt, sich intensiv damit zu beschäftigen.

Am Montag fand dann eine LandesASten konferenz (Zusammenschluss aller schleswig-holsteinischen ASten) statt, die ein daran angeschlossenes Gespräch mit der Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave vorbereiten sollte. Schnell war zu erkennen, dass die anderen Asten im Gegensatz zu uns noch recht uninformiert waren, was das Modell betraf und wir einigten uns darauf, der Ministerin erst ein mal Fragen zu stellen und ihr die Möglichkeit zu geben, dazu Stellung zu beziehen. Das Gespräch selbst brachte die ganze Sache nur mäßig voran, da die Aussagen äußerst unkonkret waren und die Ministerin offensichtlich Schwierigkeiten hatte, Nachfragen zu beantworten. Wir mussten allerdings ein mal mehr realisieren, dass es die Landesregierung mit ihrem Vorhaben mehr als ernst meinte.

Die Diskussion in der Presse lief in der folgenden Woche weiter: Am Dienstag meldete sich der ADA erneut auf den Landesseiten zu Wort und am Donnerstag wurde ein Interview mit Erdsiek-Rave abgedruckt, wo sie ihre Aussagen vom Montag wiederholte.

Unsere ersten Überlegungen, was man aktiv machen könnte, waren natürlich ein Vollversammlung einzuberufen und vor´s Landeshaus zu ziehen. Allerdings war die Mehrheit des AStAs dagegen, da eine VV folglich in der Klausurenzeit hätte stattfinden müssen und man das den Studierenden nicht zumuten wollte. Also einigten wir uns auf eine Infoveranstaltung und Aktionen auf dem Campus. Da das Modell an sich schon sehr komplex ist und man daher jemanden, der es nicht genau kennt faktisch alles darüber verkaufen könnte, z.B. auch, es "sozial" oder bewahre vor Gebühren im Erststudium, erachte wir es auch für wichtig, erst einmal zu informieren, was das Modell real bedeutet. Ein Erster Schritt passiert mit diesem AStA-Info, aber in den kommenden Wochen und Monaten wird der AStA euch aktiv darüber berichten, was im Bereich "Studienkonten" läuft.


Im übrigen: Demonstrieren können wir immer noch, NOCH ist Zeit. Mit einem Parlamentsbeschluss ist gegen Ende des Jahres zu rechnen, mit der Tatsächlichen Einführen ca. 2004.